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Aus den Gemeinden: Eschen

von Erich Hasler

Neues Begegnungszentrum in Nendeln für wen?

Ganz nach dem Motto «ein toter Platz ist nicht genug», möchte die Gemeinde Eschen nun in Nendeln für mehrere Millionen Franken auf dem Platz der «alten Post» noch ein «Begegnungszentrum» erbauen – losgelöst davon, ob die Nendler und Eschner Bürger dies nun für nötig und sinnvoll erachten oder nicht. Für die hochtrabenden Ideen werden Planer aus der Schweiz und Liechtenstein für viel Geld bald rund um die Uhr beschäftigt. In der Gemeinde Eschen haben diese Planer einen Geldesel gefunden, der, sofern nach den nächsten Gemeindewahlen immer noch die gleichen Personen den Ton angeben, diese Planer nochmals für weitere Jahre mit Steuergeld füttern wird.

Unbeliebtes Probelokal für die Harmoniemusik

Zur Rechtfertigung der Millionenausgaben für ein Begegnungszentrum in Nendeln soll die Harmoniemusik Eschen ein neues Probelokal bekommen. Das Probelokal soll der Saal sein, der für 200 Personen konzipiert ist. Allerdings ist nicht klar, wo dereinst parkiert werden kann, denn der Bau einer Tiefgarage sei zu teuer. Wie man von verschiedenen Mitgliedern der Harmoniemusik hört, möchten die Mitglieder der Eschner Harmoniemusik (80% der Mitglieder wohnen in Eschen!) mehrheitlich eigentlich gar nicht nach Nendeln zur Probe fahren. Aber das kümmert die Exekutive der Gemeinde Eschen nicht. Ziel ist die Erstellung eines Begegnungszentrums komme was wolle. Was die Bürger denken, ist schnurzegal. Demnächst will der Gemeinderat nochmals hunderttausende Steuerfranken für eine Machbarkeitsstudie und weitere Planereien locker machen. Über die Folgekosten eines während der meisten Zeit leerstehenden «Begegnungszentrums» wird überhaupt nicht geredet. Als Zuschauer des ganzen Geschehens bekommt man den untrüglichen Eindruck, dass die Gemeinde vor allem mit sich selbst und der Zentrumsplanung beschäftigt ist, als ob ein totes Zentrum in Eschen nicht genug wäre. Anstatt die Infrastruktur zu erneuern und bestehende Bauzonen zu erschliessen, sollen weitere Millionen in Gebäude gesteckt werden, deren Nutzen für die Allgemeinheit mehr als fraglich ist.

Neuer Zonenplan und neues Baureglement

Im letzten Herbst wurden die Eschner vom Planungsbüro Zindl, Chur, über den neuen Zonenplan und das neue Baureglement informiert. Vom 9. April bis zum 9.Mai 2018 liegt der neue Zonenplan bei der Gemeinde auf. Bis zum 9. Mai sind Einsprachen möglich. Ich empfehle den Eschner Bürgern, sich genau zu informieren. Nebenbei sind im Ortsbildinventar der Gemeinde Eschen neu viele ältere Liegenschaften mit dem Prädikat «schützenswert» versehen worden. Was dies für rechtliche Implikationen hat oder in Zukunft noch haben könnte, ist nicht klar. Die Gefahr besteht jedoch, dass die Gemeinde und deren teure Planer irgendwann mitreden wollen, wenn umgebaut, rück- und neu gebaut werden soll. Es ist klar, dass dies zu vielen Reibereien und Verzögerungen führen kann.

Stärkung der Bürokratie und Schwächung der Eigentumsrechte

Es ist absehbar, dass mit dem neuen Baureglement und dem Nutzungsplan die Bürokratie gestärkt und der Boden- und Liegenschaftsbesitzer geschwächt wird. Mit der Mehrwertabgabe wird sich die Gemeinde im Bedarfsfall gesundstossen können. Dabei könnte bereits jetzt die Ausnützungsziffer in den verschiedenen Bauzonen höher angesetzt werden, denn der Platz muss bereits heute besser ausgenützt werden. Und wurde der Bürger überhaupt schon gefragt, ob er überhaupt eine 22m breite Dienstleistungsmeile durch Eschen und ein zweites totes Zentrum in Nendeln will? Und warum soll jemand ein Geschäftslokal bauen müssen, auch wenn kein Bedarf vorhanden ist? Mit solchen Vorschriften werden die Eigentumsrechte immer mehr beschnitten.

 

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