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die Unabhängigen - für Liechtenstein

Die selbsternannten Landvögte (next generation)

Um es vorweg zu nehmen: Ehrlich ist es ja, wenn die Freie Liste zu ihren Absichten steht und diese klar in «Robin Hood»-Manier verfolgen. Holt es von denen, die es haben und gebt es den Armen, die nichts haben. Tönt gut, ist aber heuchlerisch und führt, wie es in sozialistischen Staaten so üblich ist, zu einem Übermass an sozialer Verschwendung und Abwanderung der Wirtschaft.
Gleich vier Steuerpostulate hat die Freie Liste Anfang Oktober eingereicht, um – so die Vertreter der Freien Liste – die Diskussion über neue Steuern anzuregen. Es sei jetzt der richtige Zeitpunkt, denn die Wirtschaft stehe derzeit nicht unter Druck. Eine Aussage, die nicht nur eine Erfindung der Freien Liste ist, sie verhöhnt all jene, die tagtäglich alles geben, damit Arbeitsplätze erhalten werden können.

In Tat und Wahrheit geht es den Verfassern der Postulate schlicht und ergreifend darum, möglichst viel Geld vom Steuerzahler zu holen. Die Postulate sind nur der Startschuss, da bin ich mir ganz sicher. Eine Vorgehensweise, die mich an den Rattenfänger von Hameln erinnert. Wollen wir wirklich aus unserem Land ein geknechtetes Land sozialistischer Prägung machen oder gibt es möglicherweise einen anderen Weg, um die zukünftigen Aufgaben des Landes finanzieren und – was nicht unwichtig ist – unseren hohen Standard einigermassen aufrecht erhalten zu können?

Liechtenstein ist ein spezielles Land, uns geht es gut, und zwar weil wir Glück hatten, aber auch weil wir mit unserer Arbeit auch etwas erreichen konnten. Nicht wenige Liechtensteiner haben hart für das gearbeitet, was sie sich erspart und erbaut bzw. erworben haben. Sollen diese als skrupellose geldgierige asoziale Bürger abgestempelt werden? Soll der Arbeiter, der sich mit viel Mühe sein kleines Eigenheim erschaffen und vom Mund abgespart hat, jetzt dafür bestraft werden, indem sein in die Jahre gekommenes Häuschen neu bewertet wird? Soll der Wirtschaftsstandort mit mehr Steuern unattraktiver gemacht werden? Ich möchte das nicht.

Die Freie Liste setzte sich für den Mittelstand ein. Mitnichten! Den Mittelstand lässt die Freie Liste auf der Strecke zurück.
Ich denke es gibt andere Möglichkeiten, als mehr Steuern einzutreiben. Es ist zu simpel, einseitig an der Steuerschraube «nehmt es denen, die es sich leisten können» zu drehen. Ich möchte keinesfalls, dass Liechtenstein bzw. die Liechtensteiner einfach für den Staat und für sozialdemokratische Ideen leiden müssen. Ich stehe klar für Solidarität in einer Gemeinschaft, verurteile aber die aufdoktrinierte Gleichmacherei.
Ich gebe es offen zu, ich bin mit unserem Steuersystem auch nicht zufrieden. Solange wir vermischt, Vermögens- und Erwerbssteuern erheben, wird es nicht funktionieren und es wird immer partielle Interessen geben, die über Gebühr bevorzugt werden. Ich könnte mir durchaus ein Steuersystem vorstellen, das rein einkommensmässig aufgebaut ist. Es wäre durchaus denkbar, eine Flattax einzuführen, die beispielsweise mit 10% auf allen Erwerb, gleich welcher Art, angewendet werden könnte. Ich denke da auch an Immobilienerträge oder Erträge aus Wertschriften. Abzugsmöglichkeiten und Ausnahmen müssten dann selbstverständlich auch eliminiert werden.

Man stelle sich nur vor welchen Verwaltungs- und Kontrollaufwand man sich mit solch einer Vorgehensweise ersparen könnte. Ganz abgesehen davon wäre dies ein Anreiz für Investoren und neue Unternehmen, wenn wir ein transparentes und einfaches Steuerregime anbieten könnten. Das wäre in meinen Augen ein echter solidarischer Ansatz. Ich bin überzeugt, dass ein entsprechender Paradigmen-Wechsel die effektivsten Möglichkeiten schaffen würde, die zukünftigen Aufgaben des Landes auf ein langfristiges solides Fundament zu stellen.

Also keine Neiddiskussion, sondern etwas schaffen, was uns weiterbringt, anstatt etwas, was uns blockiert. Darum: Mehr Steuern, nein danke. Gerechte Steuern, ja gerne.

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