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die Unabhängigen - für Liechtenstein

Editorial

Parlamentswahlen sind ein normales, regelmässig wiederkehrendes und als solches charakteristisches Merkmal einer Demokratie. Aber dennoch erzeugen Wahlen auch immer wieder für eine Art Ausnahmezustand. Liechtensteins letzte Landtagswahlen begannen recht ruhig, in den Medien wurde beklagt, es finde gar kein richtiger Wahlkampf statt – bis die Ärzteschaft für Hektik und Ungewissheit sorgte. Im Dezember und Januar dachte wohl niemand daran, dass nach den Wahlen der Ruf nach einer «Frauenquote» im Landtag oder allgemein in der Politik wochenlang die Leserbrief- und Kommentarspalten der Zeitungen dominieren würde.

Frauen und wohl auch etliche Männer waren empört, dass wieder weniger Frauen in den Landtag gewählt wurden, als bis anhin drin waren (siehe Beitrag von Harry Quaderer nebenan). Im Nu wurde der Verein «Hoi Quote» gegründet. Der Verein setze sich intensiv «mit den Ursachen des schlechten Abschneidens von Frauen bei den Landtagswahlen 2017 auseinander», hiess es im Begleittext zu einer Reihe von Fragen, die den Parteien gestellt wurden. Waren das kritische Fragen oder Fragen, um die Parteien aufs Glatteis zu führen? Ein Beispiel: «Ist es zutreffend, dass Sie Frauen ungeachtet ihrer Eignung für ein politisches Amt aufstellen, weil Sie Mühe haben, überhaupt Kandidatinnen zu finden?» Solche Fragen sind doch eine Zumutung, vor allem gegenüber den Frauen, die kandidieren. Harry Quaderer fragte: «An dieser Stelle möchten wir von eurem Verein gerne noch wissen, wie ihr «geeignete» Kandidatinnen definiert? Vielleicht können wir daraus was lernen.» Eigentlich hätte man zurückfragen müssen, was denn «Hoi Quote» von den Kandidatinnen gehalten habe? Liesse die Antwort allenfalls Schlüsse darauf zu, wie bzw. welche Frauen und Männer «Hoi-Quote»-Mitglieder gewählt haben?

Es schadet gewiss nichts, wenn die Politik von Interessengruppen verschiedenster Couleur oder auch Leserbriefschreibern angetrieben wird. Problematisch wird es, wenn auch selbsternannt kritische Medienschaffende von angeblich neutralen Parteizeitungen sich als «Antreiber» der Politik betätigen. Durch die Medien werden allzu oft Dinge aufgebauscht, die eigentlich gar nicht wichtig sind. So veröffentlichte der Volksblatt-Redaktor David Sele im März Interviews mit den Parteichefs. Von den Unabhängigen wollte er z.B. wissen:

«Nicht nur im Verein, sondern auch in der Publikation der Unabhängigen, dem «hoi du», finden Autoren aller Couleur Platz. Können diese Texte per se als Positionen der Unabhängigen gesehen werden? Wie unabhängig sind die Autoren? Würde beispielsweise ein Text, der die Abschaffung der Monarchie und die Einführung des Kommunismus fordert, abgedruckt? Lassen sich die Abgeordneten der Unabhängigen überhaupt einer politischen Linie zuordnen? «Politico.eu» sprach nach den Landtagswahlen von «right-wing populist Independents». Können Sie sich damit ansatzweise identifizieren?»

Was soll das? Das soll kritischer Journalismus sein? Solche Fragen zu beantworten überlassen wir gerne den Schreibern, die sie sich aus den Fingern saugen. Unsere Autoren befassen sich lieber mit Themen, welche die Menschen in Liechtenstein wirklich interessieren.

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