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die Unabhängigen - für Liechtenstein

Editorial

Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen zwischen FBP und VU veröffentlichte das «Volksblatt» – «Die Tageszeitung für Liechtenstein» – eine Serie von Interviews mit den Parteipräsidenten. Die Parteien wurden grösstenteils danach gefragt, worauf sie sich in der bevorstehenden, mittlerweile angebrochenen neuen Legislaturperiode konzentrieren würden. Es ging in den Fragen vor allem um Sachthemen, von der Bildung bis zur Raumplanung und der S-Bahn FL.A.CH, aber auch um die Art und Weise wie die Parteien politisieren wollen.
So war das mit den Fragen, welche die Volksblatt-Redakteure den Präsidenten von FBP, VU und Freier Liste stellten. Die Fragen, die an den Fraktionssprecher und damit Parteivorsitzenden der Unabhängigen, Harry Quaderer, gerichtet wurden, tönten etwas anders. Volksblatt-Redaktor David Sele schien sich vor allem für alte Zöpfe und du-Interna zu interessieren, die – soviel war leicht ersichtlich – auch noch reisserisch präsentiert werden sollten. Zum was weiss ich wievielten Male war etwa das angeblich mangelnde «klassische Wahlprogramm» der Unabhängigen ein Thema, obwohl die Nachwahlbefragung ergeben hatte, das die Unabhängigen nicht zuletzt wegen ihres Wahlprogramms gewählt wurden – sei dies nun «klassisch» gewesen oder nicht. Noch seltsamer war die Frage, worin denn in der Praxis der Unterschied zwischen einem Verein und einer Partei liege, da doch die Unabhängigen so grossen Wert darauf legten, dass sie ein Verein und keine Partei seien. Ausser dem Volksblatt-Redaktor David Sele war wohl schon jedem und jeder im Lande klar, dass der Verein der Unabhängigen eine Partei ist, genauso wie die Parteien FBP, VU und Freie Liste samt und sonders Vereine sind. Alle vier Parteien im Land sind als politische Vereine organisiert, wobei sich der Vereinsvorstand der Unabhängigen ganz bewusst nur aus Abgeordneten zusammensetzt. Gemäss Statuten ist der Fraktionssprecher jeweils der Parteivorsitzende. Nach Meinung der Unabhängigen ist es ein Vorteil, wenn die gewählten Mandatare die Partei selbst führen anstatt sich auf eine separate Parteiführung zu verlassen.
Schliesslich wunderte sich David Sele auch noch über die Zeitung der Unabhängigen, das «hoi du». Ob die Beiträge der einzelnen Autoren als Positionen der Unabhängigen gesehen werden könnten, ob es einen Faktencheck gebe und ob im «hoi du» beispielsweise auch ein Text, «der die Abschaffung der Monarchie und die Einführung des Kommunismus fordere», abgedruckt würden. Weder der FBP, VU noch der Freien Liste wurden Fragen zu ihrem Verhältnis zu ihren Parteizeitungen gestellt.

In einem Kommentar an dieser Stelle im letzten «hoi du» zitierte ich einige der Fragen, die David Sele Harry Quaderer gestellt hatte, um zu illustrieren, warum der Letztere schliesslich darauf verzichtete, die Fragen zu beantworten. Ganz offensichtlich verstand David Sele diese Kritik nicht. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass ich durch das Zitieren einiger beispielhaften Fragen sein Recht auf Erstveröffentlichung verletzt hätte und das «Volksblatt» schenkte ihm auch noch mehr als eine halbe Seite, damit er im Nachhinein seine ach so tollen Fragen, begleitet von einem Kommentar, veröffentlichen konnte. Dabei bezeichnete David Sele das «hoi du» als «Propagandablatt» und mich betitelte er als «du-Pio». Offenbar spürt er nicht, wie tendenziös sein journalistisches Verhalten ist, und merkt deshalb auch nicht, dass man ganz einfach keine Lust hat, auf seine Fragen einzugehen.

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