Offizielle Website der unabhängigen Abgeordneten in Liechtensteins Landtag
Besuchen Sie uns auf Facebook
die Unabhängigen - für Liechtenstein

Editorial

An dieser Stelle äusserte ich im Frühjahr die Meinung, dass es gewiss nichts schade, wenn die Politik von Interessengruppen verschiedenster Couleur oder auch Leserbriefschreibern angetrieben werde. Problematisch werde es, wenn auch selbsternannt kritische Medienschaffende von angeblich neutralen Parteizeitungen sich als «Antreiber» der Politik betätigen.

In einem Kommentar im Volksblatt wurde diese Meinung kritisiert: «Ernsthaft? Problematisch ist es wohl eher, wenn sie das nicht tun!» Mit derartigen Aussagen würde ich mich selber und die Unabhängigen auf eine Linie mit Trump, Le Pen, Petry und Co. manövrieren. Denn auch diese Zeitgenossen würden den Medien am liebsten vorschreiben, welche Fragen zu stellen seien oder gar wie diese formuliert sein sollten.

Medienschaffende sehen sich gerne als unabhängige Mitglieder der so genannten vierten Staatsgewalt. Als solche hätten sie wohl die Aufgabe, die anderen drei Staatsgewalten – Volksvertretung, Regierung und Justiz – zu beobachten, kontrollieren und so die Leser bzw. News-Konsumenten auf allfällige Missstände aufmerksam zu machen. Fragen und Formulierungen ergeben sich, möchte man meinen, von selbst aus der Position als Teil der (selbsternannten) vierten Staatsgewalt.

Dass dem bei Weitem nicht immer so ist, hat Liechtenstein in letzter Zeit schmerzlich erfahren müssen. An unserem Staatsfeiertag stellte das Boulevardblatt Blick Liechtenstein als «Schmarotzertum» dar.Vor ein paar Wochen dann titelte die NZZ am Sonntag, Liechtenstein habe die Schweiz gegenüber der EU «denunziert» und dafür gesorgt, dass die Schweiz auf eine «graue Liste» der EU gesetzt wurde.

Allein eine solche Wortwahl macht doch klar, dass hier keine unabhängige vierte Gewalt am Werk war, sondern ein paar unkritische Journalisten, die sich für tendenziöse und reisserische Berichterstattung einspannen lassen. Es fällt doch auf, dass Liechtenstein als «Denunziant» gebrandmarkt wird, während die Erstellung einer neuen «grauen Liste» durch die EU gar nicht erst hinterfragt wird.

Welche Politik soll damit nun (voran-)getrieben werden: Die schweizerische Aussenpolitik gegenüber Liechtenstein? Die EU-Politik gegenüber der Schweiz und Liechtenstein? Eines ist sicher: Neutral sind diese Journalisten nicht, sondern Handlanger bestimmter politischer Interessen.

Kommentare

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.