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„Geld wurde auch zu Postauto Liechtenstein verschoben“

Was hier im Titel steht, konnte man im Liechtensteiner Vaterland vom 8.2.2018 lesen.

Eine weitere Schlagzeile vom 19.02.2018 in der Zeitung Der Bund lautete: «Postauto verliert in Frankreich Millionen».

Man muss nun wissen, dass die Postauto Liechtenstein Anstalt eine 100%ige Tochtergesellschaft der Postauto Schweiz AG ist. Und: Die Postauto Liechtenstein Anstalt erledigt den grössten Teil des öffentlichen Linienverkehrs im Auftrag der LIEmobil.

Am 2. März dieses Jahres hat die Regierung eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Christoph Wenaweser beantwortet. Wenaweser wollte wissen, ob Liechtenstein von den Vorgängen bei der Postauto Schweiz AG betroffen sei. Die Regierung verwies in der Beantwortung der Kleinen Anfrage auf laufende Untersuchungen, die abzuwarten wären. Klar doch, verstehe ich.

Weiters schreibt die Regierung, dass die LIEmobil keine Subventionen vom Bundesamt für Verkehr der Schweiz erhält. Wäre ja toll, die Antwort ist in meinen Augen aber zwar nutzlos, führt uns aber doch zum Kern des Problems.

Im Grunde genommen könnte man auch sagen: Selber schuld, ist doch toll, wenn wir die Dienstleistungen günstiger bekommen. Wozu also die Aufregung? Kommen wir zurück auf die Situation in Frankreich, da sieht sich die französische Tochter der Postauto Schweiz AG, Carpostal France, mit dem Vorwurf konfrontiert, viele von der öffentlichen Hand ausgeschriebenen Buslinien lediglich dank Dumpingangeboten erhalten zu haben. Die Offerten der Carpostal France sollen 30 Prozent unter den Selbstkosten gelegen haben. Drei französische Busunternehmen haben Carpostal wegen unlauterem Wettbewerb verklagt. Das Handelsgericht Lyon gab ihnen Recht und Carpostal muss nun 11 Millionen Schadenersatz zahlen.

Auch in der Schweiz regt sich Widerstand von privaten Fuhrhaltern. Die subventionierte Postauto Schweiz AG, soll seine Marktmacht ausgespielt haben und damit private Unternehmen bis in den finanziellen Ruin getrieben haben. Der Präsident vom Verband Bus Schweiz, Nationalrat Walter Wobmann sagt: «Wir wurden ausgepresst, wie eine Zitrone…» Er fordert deshalb eine Überprüfung des Postautosystems in der Schweiz.

Es könnte also durchaus im Bereich des Möglichen liegen, dass auch liechtensteinische Unternehmen einen direkten Schaden aus diesem Geschäftsgebaren gezogen haben und Aufträge nicht erhalten haben. Die Freude über die günstigeren Preise hält sich also sehr in Grenzen. Dabei kommt mir ein Ausspruch eines früheren Regierungschefs in den Sinn, der mir einmal sagte: «Was macht ihr Gwerbler eigentlich so einen Lärm, eure Dienstleistungen bekommt man auch im Ausland.»

Nun, es laufen Untersuchungen; ob diese nun eine Relevanz für Liechtenstein haben oder nicht, wird sich zeigen. Was bleibt ist ein ungutes Gefühl und mein Vertrauen in die Politik der Regierung hat einen Kratzer mehr bekommen.

Was soll’s und wie sagte schon Napoleon (1769-1821): «Die Hand, die gibt, seht über der Hand, die nimmt. Geld kennt keine Loyalität. Financiers sind ohne Patriotismus und ohne Anstand. Ihr einziges Ziel ist ihr Gewinn.

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