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Gesundheit und steigende Gesundheitskosten

Laut Beantwortung einer Kleinen Anfrage in der Landtagssitzung vom 28. September 2016 haben wir für die Fachgebiete Allgemeinmedizin und Innere Medizin 34 Personen, in allen anderen Fachgebieten 45 Personen zur Abrechnung über die obligatorische Krankenpflegeversicherung zugelassen.

Nach Angaben der Ärztekammer sind derzeit 37 Allgemeinärzte (Innere Medizin), 93 Fachärzte (fast unglaublich, hat sich da eventuell jemand verschrieben?) und 7 Gynäkologen auf der Warteliste, die natürlich ein OKP-Vertrag wollen.

Angenommen, alle Ärzte auf dieser Warteliste würden die OKP-Zulassung bekommen, dann hätten wir 71 Allgemeinmediziner, 138 Fachärzte und 10 Gynäkologen auf ca. 37000 Einwohner.

Liechtenstein muss für Ärzte, in erster Linie für Fachärzte, ein Traumland sein. Sie wissen, dass sie hier viel Geld verdienen können, wenig Steuern zahlen müssen und kaum jemand wird sie je zur Verantwortung ziehen können. Bei Gründung einer AG können sie noch mehr Geld verdienen, weil sie auch weniger Sozialabgaben entrichten müssen. Ist das solidarisch?

Ärzte (inkl. AG`s), Spitäler und Privatkliniken sind Unternehmer und wollen Gewinne erzielen. Das geht nur, wenn sie genügend Patienten haben. Und wie machen sie das? Sie «verkaufen» Leistungen, meist mit Angst- und Panikmache. Ethik wird zur Seite geschoben und Gewinnmaximierung wird in Vordergrund gestellt. Die Folgen sind: Überdiagnosen, Übertherapien, Polymedikation, unnötigen Operationen, mehr Kranke und höhere Gesundheitskosten. Zur Ergänzung: Wir haben laut Swissmedic ca. 9200 Medikamente auf dem Markt. Die müssen natürlich auch noch verkauft werden, meist über die Praxisapotheken. Noch ein Zusatzeinkommen für die Ärzte.

Trotzdem haben wir Hausärztemangel? Ist der Job als Hausarzt also nicht mehr lukrativ genug? Warum wollen Ärzte, die nicht mehr praktizieren möchten, ihren OKP Verträge nicht kündigen? Wollen sie keine Nachfolger? Wollen sie nebenher noch Geld verdienen?

Kritische und selbstbewusste Patienten sind gefragt
Prämien senken und trotzdem alle Leistungen des Gesundheitswesens voll und uneingeschränkt in Anspruch nehmen – das geht nun mal nicht. Ab 1.Januar 2017 tritt das revidierte KVG in Kraft. Die Erhöhung von Selbstbehalt und Franchise sollte uns anregen, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen.

Ärzte müssen ab 1. 1. 2017 den Patienten eine Kopie der Rechnung zustellen. Diese Rechnungen sollten genau überprüft werden. Zum Beispiel: Konsultationen ohne den direkten Kontakt mit den Patienten zu verrechnen, ist gemäss Ärztetarif, unzulässig. Kommt aber häufig vor, gerade in den Altersheimen.

Oder: Verschreibung von Medikamenten auf Vorrat für den Fall, dass eine noch nicht diagnostizierte Krankheit auftreten könnte – meist durch Nebenwirkungen von zu viel Medikamenten – ist unsinnig. Nützt nur den Ärzten zur Gewinnmaximierung. Medikamente sollten von den Ärzten überwacht werden, gerade bei Polymedikation. Einige Ärzte tun es, andere wiederum nicht.

Fazit: Unser Gesundheitssystem ist krank, wir müssen es «kurieren» unter der Motto: Weniger ist mehr!

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