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Wildtierübergang Ställa – Schwabbrünnen

2 Kommentare

In unserem dicht besiedelten Talraum mit zahlreichen stark befahrenen Verkehrsstrassen ist es für Wildtiere schwierig, das Rheintal unbeschadet zu überqueren. Geschlossene Siedlungsgürtel und Landstrassen, teilweise mit wilddichten Zäunen, behindern Wildwechsel und Amphibienzüge. Um diese Situation zu verbessern wurde vom Amt für Wald, Natur und Landschaft, heute Amt für Umwelt, schon vor Jahren ein Konzept für einen rheintalquerenden Wildtierkorridor ausgearbeitet. Das Gebiet zwischen Ställa-Schwabbrünnen und dem Bannriet-Tentscha ist das einzige noch halbwegs unverbaute Gebiet, wo Wildtiere über das Rheintal wechseln können. Auf der Schweizer Seite des Rheintals haben die kantonalen Behörden gehandelt und wildtierfreundliche Übergänge an Hauptstrassen und an der Autobahn realisiert. Gemäss Planungen des Bundesamtes für Strassen ASTRA soll südlich von Haag eine Grünbrücke über die Autobahn A13 erstellt werden, als Ergänzung für den vorgesehenen Wildtierkorridor auf der Liechtensteiner Seite zwischen Schaan und Eschen. Bei Trimmis im Kanton Graubünden wurde soeben eine ähnliche Brücke eröffnet. Liechtenstein ist im Zugzwang und sollte die entsprechenden Einrichtungen gemäss vorliegendem Konzept umsetzen. Das Konzept wurde vor über zehn Jahren dem Landesbauamt, heute Amt für Bau und Infrastruktur, übergeben. Vorgesehen ist eine Wildtierunterführung unter der Feldkircher Strasse sowie Leitstrukturen in Form von Feldgehölzen und Hecken im offenen Landwirtschaftsgebiet. Die Gemeinden Vaduz, Schaan und Eschen haben auf ihren Rietgebieten bereits zahlreiche ökologische Flächen geschaffen oder sind daran, diese zu realisieren. Was dringend benötigt wird, ist die Wildtierunterführung Ställa-Schwabbrünnen. Die Zeit drängt. Gemäss ASTRA soll die Wildbrücke an der Autobahn 2019 realisiert werden, wenn denn auf Liechtensteiner Seite die Aufgaben gemacht worden sind.

Kommentare

  1. Philipp Schafhauser sagt:

    Wildtierübergang Ställa – Schwabbrünnen

    Die geplante Jubiläumsbrücke wird den genannten Wildtierkorridor auf seiner engsten Stelle (zwischen Nendeln und Planken) unterbrechen und alle Bemühungen der Schweiz, die Vorgaben des Landesrichtplanes und die bereits erstellten Leitstrukturen mit einem Schlag unwirksam machen. Ausserdem dürfte es durch die zusätzlichen Störungen in diesem Gebiet zu weiteren Wildschäden im Rheintalseitigen Schutzwald kommen, da wieder eine grosse Fläche Wildlebensraum verloren geht und sich das vorhandene Wild noch mehr konzentrieren dürfte. Anstatt eine sinnlose Jubiläumsbrücke zu erstellen würde das dafür vorgesehene Geld besser in die Umsetzung der seit Jahrzehnten „geplanten“ Lebensraumvernetzung investiert als in eine weitere Lebensraumzerschneidung.

    Gruss Philipp

  2. Herbert Elkuch sagt:

    Wildtierübergang Ställa – Schwabbrünnen
    Die Jubiläumsbrücke unterbricht den überregionalen Wildtierkorridor nicht. Er wird überhaupt nicht tangiert. Der Standort der Hängebrücke befindet sich gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) ausserhalb der Wildtierkorridore. Einer der Wildtierkorridore, Toggenburg – Saminatal, ist zwischen Schaan und Planken, weit südlich der Hängebrücke. Er kann bereits heute nicht mehr von Wildtieren benutzt werden, da das Wild zahlreiche Hauptstrassen, die Autobahn und den Rhein überqueren müsste. Geplant ist, diesen Wildkorridor durch bauliche Massnahmen wieder instand zustellen. Der andere Wildkorridor führt gemäss BAFU von Sennwald – Schellenberg – Schaanwald – Paulahütte ins Saminatal. Dieser Korridor liegt um vieles nördlicher als der Hängebrückenstandort.

    Die Wildtierkorridore liegen gemäss BAFU nicht im Gebiet der Hängebrücke zwischen Nendeln und Planken. Die Wildtierkorridore befinden sich zwischen Schaan und Planken einerseits und mitten durch Schaanwald zur Paulahütte andererseits. Diese beiden Korridore vereinen sich dann erst hinter den Drei Schwestern im Saminatal auf österreichischem Hoheitsgebiet. Auf der Schweizer Seite sind diese beiden Korridore über den Gamserberg und Chapf vernetzt. Die Hängebrücke tangiert weder die beiden bestehenden Wildkorridore selbst noch deren Vernetzung.

    Die Hängebrücke wird in das heute bereits bestehende (Wander-)Wegenetz eingebettet und schafft eine Verbindung zum Weg ins Oberland. Es kann also keine Rede davon sein, dass es sich um ein unberührtes Gebiet handelt. Das Gebiet wird bereits heute von Alt und Jung als Naherholungsgebiet genutzt und geschätzt. Das Wild wird durch Wanderer auf der Brücke weit weniger gestört, als durch Wanderer, die den bestehenden, sehr gefährlichen Weg durch die Schlucht gehen. Mit der Brücke werden die Wanderer auf 115 Meter Höhe „über das Wild hinweggehoben“.

    Dazu kommt, dass der Brückenstandort keine Wildruhezone ist. Die Wildruhezonen befindet sich gemäss BAFU weiter südlich vom geplanten Standort der Hängebrücke im Brunnaböchel süd-westlich unterhalb von Planken und im Tal, im Riet gelegenen Schwabbrünna-Äscher. Abfragen im Geodatenportal der Liechtensteinischen Landesverwaltung im Bereich Natur und Umwelt zeigen, dass der Brückenstandort nicht in den Inventaren für schützenswerte Lebensräume und Landschaften ist.

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